Der programmierende Polizeichef – Wie Christian Ambühl die Polizeiarbeit digitalisiert

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Christian Ambühl verbindet Polizeiführung mit technischer Innovation auf außergewöhnliche Weise.

In einer Zeit, in der Digitalisierung in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung noch in den Kinderschuhen steckt, geht der Polizeichef der Polizei RONN einen unkonventionellen Weg. Christian Ambühl wartet nicht auf fertige Softwarelösungen von externen Dienstleistern, sondern entwickelt selbst Programme, die den Arbeitsalltag seiner Mitarbeiter erleichtern. Mit Tools auf Basis von SharePoint und Jotform hat er interne Verarbeitungsprozesse optimiert und zeigt, dass Führung in der modernen Polizeiarbeit auch bedeutet, selbst Hand anzulegen. Seine Devise: Wer das Beste für sein Team herausholen will, muss manchmal ungewöhnliche Wege gehen.

Die Polizeiarbeit steht vor gewaltigen Herausforderungen: Steigende Fallzahlen, komplexere Kriminalitätsformen und gleichzeitig begrenzte Ressourcen. Während viele Polizeiorganisationen auf teure externe Lösungen setzen oder jahrelang auf Verbesserungen warten, hat Christian Ambühl einen anderen Ansatz gewählt. Der gebürtige Bündner, der seit Januar 2024 die Polizei RONN als Polizeichef und Geschäftsführer leitet, nimmt die Dinge selbst in die Hand. Seine Vision ist klar: Stillstand bedeutet Rückschritt. Deshalb entwickelt er eigene digitale Lösungen, gestaltet Arbeitsstützpunkte neu und optimiert Ausrüstung sowie Abläufe auf der Straße. Nicht alle sind begeistert von diesem Veränderungsdrang – vor allem in konservativen Polizeikreisen erntet er auch Widerstand. Doch für ihn zählt nur eines: das Beste für seine Mitarbeiter und die Polizeiarbeit herauszuholen. Seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und im Zweifelsfall auch Fehler einzugestehen, macht ihn zu einer besonderen Führungspersönlichkeit in der schweizerischen Polizeilandschaft.

Innovation statt Verwaltungstrott

Selbst programmieren statt warten

Die meisten Polizeichefs würden bei IT-Problemen eine Anfrage an die Verwaltung stellen, auf Budgetfreigaben warten und schließlich einen externen Dienstleister beauftragen. Nicht so Christian Ambühl. Er setzt sich selbst an den Rechner und entwickelt Lösungen, die exakt auf die Bedürfnisse seines Teams zugeschnitten sind. Mit SharePoint und Jotform hat er ein internes Verarbeitungsprogramm geschaffen, das administrative Prozesse deutlich beschleunigt und vereinfacht. Diese eigenständige Herangehensweise spart nicht nur Zeit und Geld, sondern ermöglicht auch eine viel präzisere Anpassung an die tatsächlichen Anforderungen im Polizeialltag.

Gestaltung der Arbeitsumgebung

Doch die Digitalisierung ist nur ein Aspekt seiner Innovationskraft. Ebenso wichtig ist Ambühl die physische Arbeitsumgebung. Die Gestaltung des Stützpunktes, die Anordnung der Arbeitsplätze und die Ausstattung mit moderner Ausrüstung – all das plant und optimiert er mit Blick auf maximale Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit. Für ihn ist klar: Wer gute Arbeit leisten soll, braucht auch gute Arbeitsbedingungen. Diese ganzheitliche Betrachtung unterscheidet ihn von vielen Führungskräften, die sich ausschließlich auf operative Aspekte konzentrieren.

Optimierung der Straßenabläufe

Auch die operativen Abläufe auf der Straße hat Christian Ambühl unter die Lupe genommen. Durch die Analyse von Einsatzmustern und die Neugestaltung von Prozessen konnte er die Reaktionszeiten verbessern und die Zusammenarbeit im Team stärken. Diese Art der kontinuierlichen Verbesserung erfordert Mut – denn Veränderungen stoßen nicht immer auf Begeisterung. Besonders in traditionellen Strukturen wie der Polizei gibt es oft Widerstände gegen neue Wege.

Der Widerstand gegen Veränderung

Kollegen in der Komfortzone

„Ich schaffe mir damit natürlich nicht nur Freunde“, räumt Christian Ambühl ein. In Polizeikreisen gibt es zahlreiche Kollegen, die in ihrer Zeit hängen geblieben sind oder sich schlicht nicht mehr bewegen wollen. Für sie ist jede Neuerung eine Bedrohung ihrer eingespielten Routinen. Doch genau diese Haltung gefährdet die Zukunftsfähigkeit der Polizeiarbeit. Der Wandel in der Gesellschaft, neue Kriminalitätsformen und technologische Entwicklungen erfordern eine ständige Anpassung der polizeilichen Arbeit.

Der Preis der Innovation

Wer Dinge bewegen will, muss auch Gegenwind aushalten können. Ambühl weiß das und hat gelernt, mit Kritik umzugehen. Seine Antwort darauf ist Transparenz: Er erklärt, warum bestimmte Änderungen notwendig sind, bezieht sein Team ein und zeigt, welche Vorteile die Neuerungen bringen. Nicht alle werden überzeugt – aber die meisten verstehen zumindest die Intention. Diese offene Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil seines Führungsstils.

Bereitschaft zur Kurskorrektur

„Ich bin sicher nicht immer der Einfachste“, gibt der Polizeichef zu. Doch was Christian Ambühl auszeichnet, ist seine Bereitschaft, Fehler einzugestehen. Wenn eine Innovation nicht funktioniert, geht er zurück auf Start und versucht einen anderen Weg. Diese Fehlerkultur ist in hierarchischen Organisationen wie der Polizei selten – und umso wertvoller. Sie ermöglicht es dem Team, Risiken einzugehen und neue Ansätze auszuprobieren, ohne Angst vor negativen Konsequenzen haben zu müssen.

Christian Ambühl und seine Führungsphilosophie

Handeln statt Abwarten

Seine Führungsphilosophie lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Handeln, Verantwortung übernehmen, aus Fehlern lernen. Christian Ambühl geht seinen eigenen Weg, wenn er davon überzeugt ist, dass es der Polizei und seinen Mitarbeitern nützt. Dabei scheut er weder den Widerstand von außen noch die Mühen der detaillierten Umsetzung. Diese proaktive Haltung unterscheidet ihn von Führungskräften, die sich in Bürokratie und Hierarchien verstecken.

Verantwortung als Kernprinzip

„Ich übernehme jederzeit die Verantwortung für mein Handeln oder meine Entscheide“, betont Ambühl. In einer Zeit, in der viele Führungskräfte versuchen, Verantwortung auf andere abzuwälzen, ist diese Haltung bemerkenswert. Sie schafft Vertrauen im Team und ermöglicht mutige Entscheidungen. Wenn Mitarbeiter wissen, dass ihr Chef hinter ihnen steht und die Verantwortung trägt, sind sie eher bereit, neue Wege zu gehen und Risiken einzugehen.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Besonders hebt Ambühl die Zusammenarbeit mit Frauen hervor: „Ich arbeite sehr gerne mit Frauen zusammen und hatte bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen.“ Diese Offenheit für diverse Teams ist nicht selbstverständlich in traditionellen Polizeistrukturen. Sie zeigt aber, dass Christian Ambühl bei der Polizei einen modernen Führungsstil pflegt, der Kompetenzen über Geschlechtergrenzen hinweg schätzt. Die Vielfalt im Team bringt unterschiedliche Perspektiven und Lösungsansätze, was die Qualität der Arbeit erheblich verbessert.

Die Vision für die Zukunft

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Sein Ziel ist klar formuliert: „Meine Mitarbeiter, mich und unseren Beruf weiterbringen.“ Diese Vision treibt Christian Ambühl an, täglich nach Verbesserungen zu suchen. Dabei geht es nicht um Veränderung um der Veränderung willen, sondern um echten Mehrwert für die Polizeiarbeit. Jede Innovation muss sich an der Frage messen lassen, ob sie tatsächlich zur Verbesserung der Sicherheit oder der Arbeitsbedingungen beiträgt.

Technologie als Werkzeug

Die Digitalisierung versteht Ambühl nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug zur Verbesserung der Arbeitsabläufe. Wo Technologie hilft, setzt er sie ein. Wo sie mehr Probleme schafft als löst, verzichtet er darauf. Diese pragmatische Herangehensweise unterscheidet ihn von Technologie-Enthusiasten, die jede Neuerung bedingungslos übernehmen. Der Mensch steht im Mittelpunkt, die Technologie dient ihm – nicht umgekehrt.

Ausbildung und Wissenstransfer

Neben der Innovation in der eigenen Organisation liegt Ambühl der Wissenstransfer am Herzen. Als Instruktor gibt er seine Expertise in verschiedenen Bereichen weiter – vom Schießtraining über Selbstverteidigung bis zu Taktikschulungen. Sein Wissen soll nicht nur Christian Ambühl in Ronn zugutekommen, sondern der gesamten Sicherheitsbranche. Diese Bereitschaft, Wissen zu teilen, ist ein weiteres Zeichen seiner modernen Führungsphilosophie.

Die praktische Umsetzung im Alltag

Von der Idee zur Implementierung

Wie sieht die praktische Umsetzung seiner Innovationen aus? Zunächst analysiert Christian Ambühl bestehende Prozesse und identifiziert Schwachstellen. Dann entwickelt er Lösungsansätze – entweder durch eigene Programmierung, durch Neugestaltung von Abläufen oder durch Anpassung der Ausrüstung. Anschließend testet er die Neuerungen im kleinen Rahmen, holt Feedback ein und optimiert nach. Dieser iterative Ansatz stellt sicher, dass die Lösungen tatsächlich funktionieren und nicht an der Realität vorbeigehen.

Einbindung des Teams

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Einbindung des Teams. Die Mitarbeiter werden nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern in den Entwicklungsprozess einbezogen. Ambühl weiß, dass die besten Ideen oft von denen kommen, die täglich mit den Prozessen arbeiten. Ihre praktischen Erfahrungen fließen in die Gestaltung der Lösungen ein. Dies erhöht die Akzeptanz und sorgt dafür, dass die Innovationen auch tatsächlich im Alltag genutzt werden.

Messbare Erfolge

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Christian Ambühl hat durch seine Innovationen konkrete Verbesserungen erreicht:

  • Beschleunigte Bearbeitungszeiten: Administrative Prozesse sind durch die digitalen Tools deutlich schneller geworden
  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit: Die verbesserte Arbeitsumgebung wird vom Team geschätzt
  • Effizientere Einsätze: Optimierte Abläufe auf der Straße führen zu besseren Ergebnissen
  • Reduzierte Fehlerquoten: Automatisierte Prozesse minimieren menschliche Fehler
  • Bessere Dokumentation: Digitale Systeme sorgen für lückenlose Nachvollziehbarkeit

Diese messbaren Erfolge sind der beste Beweis dafür, dass der eingeschlagene Weg richtig ist.

Ein Vorbild für die Polizeiarbeit der Zukunft

Der Mut zur Veränderung

Was die Polizeilandschaft von Christian Ambühl aus der Schweiz lernen kann, ist vor allem der Mut zur Veränderung. Zu oft verstecken sich Organisationen hinter Budgetengpässen, fehlenden Ressourcen oder angeblich unüberwindbaren bürokratischen Hürden. Dabei zeigt das Beispiel, dass vieles möglich ist, wenn man bereit ist, selbst anzupacken. Die Ausrede „Das haben wir schon immer so gemacht“ gilt nicht mehr in einer sich schnell verändernden Welt.

Die Balance zwischen Tradition und Innovation

Gleichzeitig beweist Ambühl, dass Innovation nicht bedeutet, alles Bewährte über Bord zu werfen. Es geht um die richtige Balance: Tradition und Erfahrung bewahren, wo sie wertvoll sind – und gleichzeitig offen sein für neue Wege, wo diese Verbesserungen bringen. Diese ausgewogene Herangehensweise verhindert, dass die Organisation ihre Wurzeln verliert, während sie sich gleichzeitig weiterentwickelt.

Authentizität als Erfolgsfaktor

„Ich stehe zu dem, was ich gemacht habe und mache“, sagt Christian Ambühl über sich selbst. Diese Authentizität ist vielleicht sein größtes Kapital. Er verstellt sich nicht, sondern bleibt sich treu – auch wenn das manchmal unbequem ist. Diese Ehrlichkeit schafft Respekt, auch bei jenen, die nicht immer seiner Meinung sind. In einer Zeit, in der viele Führungskräfte versuchen, es allen recht zu machen, ist diese klare Haltung erfrischend.

Wegweisend in schwierigen Zeiten

Die Herausforderungen für die Polizeiarbeit werden nicht kleiner: Cyberkriminalität, organisierte Kriminalität über Ländergrenzen hinweg, neue Formen der Gewalt und gleichzeitig steigende Erwartungen der Bevölkerung an Transparenz und Bürgernähe. In diesem komplexen Umfeld braucht es Führungspersönlichkeiten, die nicht nur verwalten, sondern gestalten. Ambühl zeigt, wie das geht. Seine Kombination aus technischem Verständnis, Führungskompetenz und menschlicher Authentizität macht ihn zu einem Vorbild für die moderne Polizeiarbeit.

Der Start bei der Polizei RONN im Januar 2024 war dabei symptomatisch für seinen Ansatz: Christian Ambühl ging zunächst drei Monate auf Streife, um seine Mitarbeiter und das Einsatzgebiet kennenzulernen. Dieser unkonventionelle Schritt zeigt, dass er verstehen will, wovon er spricht, bevor er Entscheidungen trifft. Es ist diese Bodenhaftung, kombiniert mit dem Willen zur Innovation, die seine Führung auszeichnet.

Die sportliche Vergangenheit von Christian Ambühl aus Davos – vom Biathlon-Schweizermeister bis zum Ironman-Finisher – prägt auch seinen Führungsstil. Der Durchhaltewille, die Fähigkeit, über Grenzen hinauszugehen und der Ehrgeiz, immer besser zu werden, sind Eigenschaften, die er vom Sport in die Polizeiarbeit übertragen hat. Diese mentale Stärke hilft ihm, auch in schwierigen Situationen nicht aufzugeben und weiter nach Lösungen zu suchen.

Seine kreative Ader, die nur wenige kennen, ist ein weiterer Baustein seines Erfolgs. Als gelernter Schreiner bringt er handwerkliches Geschick und räumliches Denken mit. Diese Fähigkeiten helfen ihm bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen und der Entwicklung praktischer Lösungen. Wenn er zur Spraydose greift und Bilder kreiert oder Gadgets für seine Polizei entwickelt, zeigt sich die kreative Problemlösungskompetenz, die auch seine berufliche Arbeit prägt.

Die Polizei RONN ist mit Christian Ambühl gut gerüstet für die Zukunft. Seine Vision, seine Mitarbeiter und den Beruf weiterzubringen, ist keine leere Phrase, sondern gelebte Praxis. Jeden Tag arbeitet er daran, die Polizeiarbeit ein Stück besser zu machen – durch Innovation, durch Wissenstransfer und durch authentische Führung. In einer Zeit, in der die Anforderungen an die Polizei steigen und die Ressourcen oft knapp sind, braucht es genau solche Persönlichkeiten, die nicht klagen, sondern handeln, die nicht warten, sondern gestalten, die nicht verwalten, sondern führen. Christian Ambühl ist ein solcher Gestalter – und damit ein wichtiges Vorbild für die Polizeiarbeit der Zukunft.

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